Wirres vom Investmentmarkt
Die Hamburger Kaufleute mochten Morgan Stanley von Beginn an nicht recht leiden. Die Amerikaner waren 2006/2007 allerdings als Käufer willkommen. Denn von diesen Verkaufspreisen hätten die hanseatischen Entwickler und Bestandshalter noch zwei Jahre zuvor kaum zu träumen gewagt. Da die opportunistischen Käufer die Projektentwicklungen nun zurückgeben wollen, weil sich die Mietpreiserwartungen von 30 Euro/m2 auch durch gutes Zureden und aufdringlichen Optimismus nicht durchsetzen ließen, können die Hamburger Kaufleute ihnen endlich sagen, was sie von ihnen halten: nichts! Aber besser nicht so laut. Denn bei den vielen Milliarden Dollar, die in den USA offensichtlich auf ganz kurzem Wege aus der Notenpresse zu den (nun wieder) solventen Anlegern gelangt sind, weiß man ja nicht, wie lange die sich noch an Obamas Ansage buy american halten mögen. Bevor das Geld dann nach London, Paris oder Madrid auch in Hamburg Anlageoptionen sucht, könnten gewitzte deutsche Anleger sich mit Value-added-Objekten eindecken – da traut sich gerade kaum einer ran.
Aber da ist ja auch noch die Realwirtschaft. Vor zwei Wochen sahen da die Prognosen für 2009 und 2010 noch ganz düster aus. Beeindruckt von den gewaltigen Bonizahlungen bei Goldman Sachs und Wachstum in China, denken die Wirtschaftsforschungsinstitute hierzulande schon darüber nach, ob es mit dem Aufschwung vielleicht doch schneller geht als gedacht. Die HSH jedenfalls hat den Turnaround bereits geschafft – zumindest in der Betrachtung der Märkte. Wenn irgendwo ein HSHler zwischen Experten sitzt, dann kann man fast sicher sein, dass er die Zukunft am schwärzesten sieht und ausdrücklich vor jedem Risiko warnt: 15% Leerstand bei Büroflächen hat nun Marc Weinstock für 2011 prognostiziert – fast Frankfurter Verhältnisse. Aber es wurde gleich um eine Flasche guten Rotwein dagegen gewettet, dass es nur 11% werden. Nah, denn prost!