Archiv für November 2010

Passivhaus-Studie wird kontrovers diskutiert

(Aktualisierte und ergänzte Version eines Artikels im Wohnimmobilien Newsletter von Wentzel Dr. 2010-11)

Mehrfamilien-Passivhäuser sind in der Erstellung 30% teurer, als nach EnEV 2009 errichtete Häuser. Zudem liegen die Betriebskosten nur wenig unter denen des deutlich günstiger zu erstellenden KfW-Effizienzhauses 70. Zu diesen Ergebnissen kommt eine von den Wohnungsverbänden BFW und VNW beauftragte Studie. Statt einer gesetzlichen Fixierung des Passivhaus-Standards fordern die Verbände einen freiwilligen Klimapakt. Doch die Ergebnisse der Studie bleiben nicht unwidersprochen. Die Vergleichbarkeit der untersuchten Bestände wird vom AK Passivhaus in Frage gestellt, der die Mehrkosten für Passivhäuser aktuell bei 8% bis 10% sieht.

Hamburger Passivhaus auf der Expo 2010 in Shanghai

Hamburger Passivhaus auf der Expo 2010 in Shanghai

„Hamburg ist eine potenziell wachsende Stadt“, so Joachim Wege. „aber eine falsch verstandene Klimaschutzpolitik bremst den Wohnungsbau und verteuert die Mieten.“ Der Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) verweist bei der Vorstellung der Studie Anfang November auf die Vorschriften seitens der EU und des Bundes. „Zusätzliche Hamburger Klimaschutzgesetze schrecken Wohnungsinvestoren ab.“

Besonders in der Kritik stehen Planungen, dass ab 2012 im öffentlich geförderte Wohnungsbau nur noch der Passivhaus-Standard gefördert werden soll. „Die Studie basiert auf Daten zu den tatsächlichen Baukosten und Betriebskosten“, betont Andreas Ibel, Vorsitzender des BFW-Landesverbandes Nord. „Und sie belegt, dass die errechneten Energieeinsparpotenziale so nicht vorhanden sind – wohl aber die höheren Baukosten.“ Diesen Beitrag weiterlesen »